startseite aktuell kirche pfarramt lebensstationen gedanken zum kirchenjahr kirchenvorstand gottesdienst kirchenmusik gemeindeleben kindergarten kinder und jugend diakonie bücherei 75-jähriges Jubiläum maxfeldboten formulare Internetadressen impressum und datenschutz

„Das ist alles seine Schuld!“

Mit Zornesröte im Gesicht kommen die

Schulkinder aus der Pause in den

Religionsunterricht. Seit einiger Zeit

ist die Stimmung in der Klasse schlecht, es gibt immer wieder Streit und Rangeleien.

Der Schuldige ist schnell ausgemacht:

Ein Junge aus schwierigen Verhältnissen, der Außenseiter der Klasse. Widerwillig stimmen

die Schüler schließlich zu, sich an einen Tisch zu setzen. Miteinander reden ist doch viel anstrengender als übereinander schimpfen!

„Prüft alles und das Gute behaltet.

Meidet das Böse in jeder Gestalt“,

schreibt Paulus im 1. Thessalonicherbrief.

Genau hinschauen. Einander wahrnehmen.

Sich bei Problemen nicht mit schnellen

Antworten zufrieden zu geben, sondern

sich um die richtigen Antworten bemühen.

Das muten die Worte des Paulus uns zu,

die wir als Christen in der Welt leben.

Gerade werden bei uns im Land und

überall auf der Welt die Stimmen der

Populisten immer lauter. Die uns die

Zumutung des Nachdenkens abnehmen

wollen. Die uns in einem herrlich

einfachen Gefühl vereinigen wollen:

Ablehnung von allem, was anders ist.

Unser Auftrag als Christen ist ein anderer:

„Prüft alles und das Gute behaltet.

Meidet das Böse in jeder Gestalt.“

Wenn die Kompliziertheit von Problemen

weggebrüllt wird. Wenn Hass auf

Menschen gesät wird, anstatt Verständigung

zu suchen. Wenn barmherziges Handeln als zu schwierig hingestellt wird.

Wir sind aufgerufen zu prüfen: Wie wir

handeln und wessen Handeln wir

unterstützen.

Die Schüler der Religionsklasse haben

sich dem gestellt. In oftmals

zähen Gespräche, gelingt es, dass

jeder zu Wort kommt. Nicht alle Probleme

in der Klasse lösen sich einfach

in Luft auf. Immer wieder gibt es

auch mal Frust. Doch immer wieder,

wenn die Schüler aus der Pause kommen,

haben sie jetzt ein Lächeln im Gesicht.


Ihre

Pfarrerin Julia Illner