Das Äußere der Kirche
So einfach erkennen Sie unsere Kirche.
Wuchtig steht sie da an der Bayreuther Straße - die
Reformations-Gedächtnis-Kirche. Der Bau ist wie ein steingewordenes Bekenntnis:
"Ein feste Burg ist unser Gott".
Der Baugedanke der Kirche lehnt sich in vielen Einzelheiten an die
historisch-reformatorische Idee an. Es ist der erste Zentralbau einer Kirche in
Nürnberg, d. h. im Sinne der Bergpredigt versammelt sich die Gemeinde um den
gemeinsamen Mittelpunkt: das Wort Gottes.
Die Außenmauern aus quaderförmigen Muschelkalkblöcken erheben sich um die
Grundfläche eines Kreises von 32 m Durchmesser und streben bis zu einer Höhe
von 22,50 m empor.
Nach einem vierfachen Mauerknick werden Nischen für drei Türme gebildet, die im
Osten, Westen und Norden liegen. Zwischen den Türmen öffnen sich drei Portale.
Die Wand ist nur wenig gegliedert, was den burgähnlichen Charakter noch
verstärkt. Lediglich schmale rundbogige Fenster lockern die Strenge des
Mauerwerkes etwas auf. Unterhalb des Dachansatzes löst sich die Mauer durch
eine rundbogige Fensterzone auf, hinter der sich ein Laufgang verbirgt, der an
Architekturvorstellungen der Romanik erinnert. Das flache Zeltdach wird von
einem Kreuz auf der Weltkugel bekrönt.
Die vierkantigen Türme, von denen zwei mit Umlaufgittern versehen sind,
schmiegen sich eng an den Zentralbau. Sie waren ursprünglich als
Posaunenemporen gedacht, erheben sich nur wenig über das Gesims des Daches und
schließen mit steilen spitzen Helmen in 38 m Höhe mit Symbolfiguren auf
kugeligem Knauf ab.
Im Nordturm befindet sich der Glockenstuhl mit sechs Glocken, die ein
wohlabgestimmtes harmonisches Geläut ergeben. Die Spitze ist mit einem Schiff
versehen, das Sinnbild der Gemeinde Jesu Christi in den Wogen der Zeit ist. Im
Untergeschoß befindet sich die Taufkapelle.
Die Spitze des Westturmes ist mit dem Hahn bekrönt, Sinnbild für die
Verleugnung Christi durch Petrus, oder auch als Verkünder des Morgens, Symbol
der Auferstehung. Im Untergeschoß dieses Turmes befindet sich die Sakristei und
darüber die nach dem Krieg neu eingebaute Ehrenhalle für die Gefallenen und
Vermißten unserer Gemeinde.
Der östliche Turm schließt an seiner Spitze mit der Taube als Symbol des
Heiligen Geistes ab und beherbergt in seinem Untergeschoß den Altar- und
Chorraum.
An der äußeren Anordnung des Baues läßt sich bereits eine reiche
Symbolsprache
erkennen, die sich auch im Kircheninneren fortsetzt und eine mehrfache Deutung
zuläßt. Die Symbolik der Zahl spielt schon der Bibel eine große Rolle und setzt
sich in der Konzeption von romanischen und gotischen Bauwerken fort.
Die Zahl Drei ist ein Bild göttlicher Ordnung und in Verbindung mit unserem
christlichen Glauben Sinnbild der Trinität. Drei Türme unserer Kirche - drei
Portale versinnbildlichen die Anbetung des dreieinigen Gottes: Gott Vater -
Sohn - Heiliger Geist, ebenso aber auch die drei wichtigen Grundpfeiler der
Reformation: Sakramente der Taufe und des Abendmahles und das Wort Gottes.
Die zwölffache Knickung der Mauern weist auf die zwölf Apostel als erste
Verkünder der Heilsbotschaft hin, ebenso aber auch auf die zwölf Stämme Israels
und die zwölf Tore des Himmlischen Jerusalems.
Die 12 Säulen und die 12fache Mauerknickung stehen sinnbildlich für die 12
Apostel, 12 Stämme Israels. In der uns nun schon als sehr bedeutsam begegneten
Zahl Zwölf ist aber auch die Zahl 3 und 4 enthalten als 3 x 4. Sie ist damit in
der christlichen Symbolsprache eine Ideal-Zahl. Die Zahl 3 ist die der
Vollkommenheit, der Trinität, also Gottes. 3 x tauchte man auch den Täufling in
der frühen Christenheit. Man unterscheidet 3 christliche Kardinaltugenden:
Glaube, Liebe und Hoffnung. Nach dem Kirchenvater Augustin ist die Drei-Zahl in
der Seele enthalten, die Vier-Zahl dagegen symbolisiert den Körper, das
irdische Universum.
Das Hauptportal liegt an der Bayreuther Straße, zwischen Nord- und Westturm und
steht dem Altarraum achsengerecht gegenüber. In den Sturzpfosten des Portals
sind im Flachrelief von Prof. Heinlein (München) gearbeitet die Reformatoren
Martin Luther und der Nürnberger Ratsschreiber Lazarus Spengler, der mit Luther
befreundet war und an der Spitze der Nürnberger Bürger stand, als sich diese
schon 1525 zum evangelischen Glauben bekannten. Der Türsturz stellt eine Szene
der Gegenreformation dar, als die evangelischen Oesterreicher wegen ihres
Glaubens die Heimat verlassen mußten. Im Tympanon des Portales thront Christus
als Weltenrichter.
Das Kindertor zwischen Ost- und Westturm stellt im Tympanon den die Kinder
segnenden Christus dar. Es wurde vom Münchner Bildhauer Udo Vogel
gestaltet.
Das auf die Deumentenstraße führende Portal liegt zwischen Nord- und Ostturm
und hat einen schmucklosen Türsturz, lediglich die Türen sind mit schwebenden
Engeln beschlagen, die Kelch und Hostie als Vergegenwärtigung Christi im
Sakrament des Abendmahles in den Händen tragen.
Weitere Informationen rund um die Reformations-Gedächtnis-Kirche:
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