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Das Innere der Kirche

Entdecken Sie die die Reformations-Gedächtnis-Kirche.

Kirchenschiff der Reformations Gedächtniss Kirche Durch das Hauptportal an der Bayreuther Straße betreten wir den Innenraum unserer Kirche. Die zwölffache Knickung der Außenmauem setzt sich auch innen fort und schafft sofort ein Gefühl der Zusammengehörigkeit und Geborgenheit. Zwölf Säulen aus Backstein sind durch Rundbögen miteinander verbunden und markieren die Kreislinie des Grundrisses. Die Säulen haben eine Höhe von 11 m und einen Durchmesser von 1,32 m und bestehen in ihrem Kern noch aus dem Muschelkalk der Kirche vor der Zerstörung am 2. Januar 1945. Die Säulen enden in Rundkapitellen, die mit Schmuckreliefs verziert sind. In den meisten Ornamenten handelt es sich um Christus- und Trinitätssymbole.

Die Decke aus Holz wölbt sich über den Säulen und einer von kleinen Fenstem durchbrochenen Galerie. Die ursprünglich aus Lärchenholz gestaltete Flachdecke ist nach 1945 als Kuppeldecke neu geschaffen worden;drei konzentrische Kreise werden durchschnitten von den Balken eines Kreuzes,in dessen Mitte das Wappen Martin Luthers die sogenannte "Luther-Rose" abgebildet ist. In die Kreuzesbalken sind jeweils drei kleinere Kreuze eingelassen; eine Dornenkrone windet ich um die Längs- und Querbalken.Luther selbst schreibt zur Deutung seines Wappens: Ein Christenherz auf Rosen geht, wenn's immer unterm Kreuze steht.

Die zweiteilige Orgel der Orgelbaubetriebe Steinmeyer aus Öttingen und Mayer aus Heuersweiler, beherrscht die halbkreisförmige Empore über dem Eingangsportal.

Von der Empore gelangt man in die im Westturm untergebrachte Ehrenhalle und in den sogenannte Probenraum, der im Mittelgeschoß des Nordturmes liegt.

Grundriss der Reformations Gedächntiss Kirche
Das schlichte Holzgestühl, das sich trapezförmig zum Altarraum verjüngend im Kirchenschiff befindet, ist zweireihig angeordnet und durch einen Mittelgang getrennt. Die schmiedeeiserne Wandbeleuchtung: zwei Kerzen, die unter einem Kreuz stehen, läßt sich ebenfalls sinnbildlich deuten als die Gemeinde, die sich unter dem Kreuz versammelt.

Bei der Deutung des Innenraumes kommen wir auf eine Drei-Achsen-Richtung: Die erste Achse verläuft vom Hauptportal zum Altarraum im Ostturm. Die zweite Achse verläuft vom Engelstor zur Sakristei im Westturm und die dritte Achse führt vom Kindertor zur Taufkapelle im Nordturm. Damit sind wieder die drei Basen unseres Glaubens bezeichnet: Gottes Wort Sakramente des Abendmahls und der Taufe. Errichtet man auf dem Schnittpunkt der drei Achsen eine Senkrechte, so endet sie genau in dem Kreuz der Lutherrose an der Decke.Sinnfälliger kann man wohl kaum machen, dass der Mittelpunkt eines jeden Gottesdienstes und unseres Glaubens Jesus Christus allein sein muss.

Der Altarraum Wir stehen nun im Mittelgang unserer Kirche mit dem Blick auf Altar und Chorraum,der sich in der Basis des Ostturmes befindet.
Vor der Öffnung des Chorraumes steht der mächtige,in Tischform gestaltete Marmoraltar aus Untersberger Marmor, von Prof. Bestelmeyer (München) entworfen. Besonders an der Rückseite sind noch erhebliche Spuren der Kriegsbeschädigung erkennbar. Die Deckplatte wiegt 40 Zentner. Die Füße werden von Symbolfiguren der 4 Evangelisten gebildet und zwar nicht in der üblichen Reihenfolge der Evangelien sondern nach Luthers Lieblingsevangelisten angeordnet:
Links vorne: Johannes, in der Symbolgestalt des Adlers, das Buch der Offenbarung in seinen Fängen haltend. Der Johannesadler betont eine besondere geisterfüllte Schreibweise, wenn er von Christi Gottheit in seinem Evangelium berichtet. Der Adler ist auch Hinweis auf die Tugend der Besonnenheit, nach der ein Christ ein Leben der Verinnerlichung einem materiellem Leben vorziehen soll.
Rechts vorn steht Matthäus als menschliches Wesen,weil er seinen Evangelienbericht mit der Menschwerdung Christi, seinem Stammbaum und der Geburt beginnt.
Die hinteren Altarfüße bilden Markus, als Löwe symbolisiert,und Lukas in dem Symbol des Stieres. Der Evangelist Markus beginnt sein Evangelium mit der Predigt Johannes des Täufers "als einer Stimme, die in der Wüste ruft"; und da der Löwe mit offenen Augen schläft, ist er Symbol der Auferstehung Christi von den Toten. Lukas dagegen ist der Stier zugeordnet, weil sein Bericht mit dem Opfer des Priesters Zacharias beginnt und zugleich Hinweis auf die Passion Christi ist, der sich zur Erlösung der Menschen geopfert hat.

Das Altarkreuz, noch aus der zerstörten Kirche gerettet, hat die Form eines Gemmenkreuzes auf der Schauseite mit gefaßten Bergkristallenund einer schmucklosen Silbermetallrückseite, die die Inschrift trägt: "denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit". Das Edelsteinkreuz ist seit altersher Zeichen des Sieges Christi über Sündeund Tod und ein Hinweis auf seine Wiederkehr am Ende aller Zeiten. Im Schnittpunkt der Kreuzbalken ist hier noch ein Schrägkreuz eingefügt, der griechische Buchstabe "chi" für Christus-Heiland.

Die neben dem Kreuz stehenden 6 Altarleuchter sind Stiftungen von Gemeindegliedernzum Gedächtnis an Heimgegangene unserer Gemeinde.Der Altartisch ist mit Antependien (lat.=Vorhang) in den liturgischen Farben des Kirchenjahres geschmückt. Sie erinnern auch daran, dass das Geschehen am Tisch des Herren seinen Grund in dem Heil hat,dessen Geschichte im Verlauf des Kirchenjahres verkündigt wird.

An der Rückseite des Altares öffnet sich der Chorraum, der für kleinere Gottesdienste und Abendmahlsfeiern bestimmt ist und an der Stirnseite mit Mosaik- und seitlich mit Emaillebildern abgeschlossen wird, die den thronenden Christus in mitten der 12 Apostel zeigen. Die Glasfenster im Chorraum nehmen nochmals den Trinitätsgedanken auf: Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist.

Kreuzigungsgruppe Die über 3 m hohe Kreuzigungsgruppe hoch über dem Altarund dem Blick des Kirchenbesuchers von allen Seiten her gleich zugänglich, ist von Prof. Bleeker aus München in naturfarbenem Lindenholz geschnitzt. Hier ist der sieghafte Christus dargestellt: Karfreitag ist von Ostern her verstanden; Tot und Auferstehung ist im Zusammenhang gesehen. Das bezeugt auch die Inschrift aus dem 1. Korintherbrief 15, 55; "Der Tod ist verschlungen in den Sieg." Die Dornenkrone Christi ist durch einen Kronreif ersetzt,der von einem seelenvollem Haupt getragen wird. Die Gesichtszüge des Gekreuzigten sind ruhig und entspanntund zeigen nicht den Ausdruck menschlichen Todeskampfes sondern die Reife des überwundenen Leides. Christi Haupt ist leicht nach links geneigt, sein Mund ist verschlossen,nachdem er eben dem Schächer zugerufen haben mag: "Noch heute wirst du mit mir im Paradiese sein".

Doch ist es auch ein gekreuzigter Heiland, aufrecht stehend mit weit ausgebreiteten Armen als Ausdruck des qualvollsten Leidens aber auch der allerbarmenden Liebe Gottes, der uns Segen erteilt. Durch den überlang gestalteten Lendenschurz mit reichem, fast mittelalterlichem Faltenwurf wird der Blick auf die nebeneinander stehenden Füße gelenkt. Kraftvolle Beine, die eben aus dem Tod ins Leben zu gehen scheinen! Rechts und links stehen als Assistenzfiguren Maria, die Mutter, und der Jünger Johannes, stellvertretend für alle, die sich diesem Heiland anvertrauen. Maria ist in sich gekehrt und hat ihre Hände im reichen Faltenwurf ihres Mantels verborgen, von Leid gebeugt und von der Schuld und Last der Versäumnisse gedrückt. Johannes steht mit verschränkten Armen und sich öffnenwollenden Händen für alle, die aus ungelösten Problemen und Rätseln unseres Lebens kommen und Zuflucht suchen bei unserem Herren.

Rechts vor dem Altar steht der von Konfirmanden gespendete Osterleuchter, dessen Kerze zu allen Taufgottesdiensten und in der österlichen Freudenzeit im Gottesdienst brennt.

Auf der linken Seite des Altares steht das Lesepult aus bronziertem Kupfer, das 1984 von dem fränkischen Metallkünstler Hans Vogel geschaffen wurde. Das Antependium des Lektorenpultes nimmt in seinem künstlerischen Gedanken das "Himmlische Jerusalem" abstrahierend gestaltet auf, das Hoffnung und Ziel unseres irdischen Lebens sein soll. In der Offenbarung des Johannes im 21. Kap. ist es ausführlich beschrieben: "... und die 12 Tore waren 12 Perlen und ein jegliches Tor war von einer Perle und die Stadt liegt viereckig und ist umgeben von einer Mauer".

Nach altchristlicher Vorstellung ist der Mensch ein Pilger zwischen zwei Städten.Sein Leben ist ein Weg von der unteren zur oberen Stadt, der er durch die Erwählung Gottes in der Taufe bereits angehört.

Nun wollen wir unsd der steinernen Kanzel zuwenden, die rechts vor dem Altarraum an einer Säule gelehnt steht. Wie der Altar ist sie von Prof. Bestelmeyer entworfen. Als Ort der Wortverkündigung ist sie symbolhaft mit mancherlei Zeichen versehen. Den Kanzelkorb schmücken im Halbrelief die aus dem Wasser des Lebens trinkende Hirsche.Nebenstehend ist das Wort aus Psalm 42 eingemeißelt: "Wie der Hirsch schreiet nach frischem Wasser, so schreit meine Seele zu Gott". Das Buchablagepult stellt einen Adler dar, wiederum als Symbol für Johannes,dessen meditatives Kreisen um das Licht der Welt-Christus schon früh mit einem Adlerflug verglichen wurde.Der gekantete Kanzelkorb läuft nach unten spitz zu und bohrt sich gleichsam in den Boden, wo sich die Schlange um die Weltkugel emporzuwinden versucht.Die Schlange gilt als Symbol des Antichrist, des Satans.So macht jede Verkündigung dem Teufel ein Stück seiner Beute streitig!

Wenden wir uns nun bei unserem Rundgang durch die Kirche der Taufkapelle zu, die sich im Untergeschoss des Nordturmes, gegenüber dem Kindertor befindet. Dieser schlichte Raum spricht aus, was Paulus in seinem Brief an die Römer im 6. Kapitelüber die Taufe geschrieben hat: "Die Taufe zieht uns mit in den Tod Christi und seine Auferstehung hinein." Darum ist hier die Kapelle auch wie eine Gruft gebaut, dem Felsengrab Christi vergleichbar. Drei Stufen führen hinab, erinnernd an die drei Tage Christi im Reich der Toten. Auch in den frühchristlichen Taufkapellen (Baptisterien) lag das Taufbecken deutlich tiefer und der Täufling wurde dreimal untergetaucht, bis der "neue Mensch" ans Licht kam. Der Taufstein trägt die Inschrift: "Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden." (Markus 16) Das bunte, von Alfons Abel gestaltete Glasfenster ist erst 1960 eingesetzt worden.

Die Sakristei als Aufbewahrungsort der Sakramentsgefäße liegt im Westturm gegenüber dem Engelstor an der Deumentenstraße.

Kreuzabnahme Die Ehrenhalle für die Gefallenen und Vermißten unserer Gemeinde im 2. Weltkrieg befindet sich über der Sakristei unter dem Orgelwerk. Sofort auffallend und beherrschend in dem schlichten Raum ist eine Kreuzabnahme von Prof. Hemmeter, die er aus einem umgekehrten Wurzelstock geschnitzt hat. Bei dieser Kreuzabnahme ging es dem Künstler offensichtlich weniger um eine realistische oder idealisierte Darstellung sondern um den geistigen Inhalt. So ist das Kreuz garnicht zu erkennen, die Assistenzfiguren wirken gegenüber Christus stark verkleinert und man kann bei der hockenden Figur nicht erkennen, ob es sich um eine Frau wie Maria handelt. Bei der hinter dem Leichnam stehenden Figur kann Josef von Arimathäa oder Johannes dargestellt sein. Christi Tod ist ein besonderer Tod: Noch in dieser Stunde teilt der Herr seinen Segen aus. Der Kauernden nach unten, indem sein schlaffer, rechter Arm die in Trauer Versunkene eben berührt und ihr neues Leben vermittelt. Segnend scheint er die helfende Geste des Mannes mit seiner linken Schulter zu unterstützen. So zeigt der Künstler für uns alle das wahre, vollkommene Opfer Christi, aus dem Friede und Trost erwächst.


Weitere Informationen rund um die Reformations-Gedächtnis-Kirche:
  • allgemeines zur Kirche
  • das Äußere der Kirche
  • die Umgebung der Kirche

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Diese Seite wurde zuletzt am 16.03.2011 geändert.

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